Wir wollen nicht nur an der Reading Challenge 2017 teilnehmen, wir wollen uns darüber austauschen!
Dienstag, 28. März 2017
Macht (fast) so süchtig wie das Spiel
Montag, 27. März 2017
Nathan Hill: Geister
Von einer Bibliothekarin empfohlen, was das Kriterium für die Reading Challenge war: ein aktueller Bestseller (was mich schon stutzig gemacht hat... fragt mal Leute, was ihr Lieblingsbuch des letzten Jahres ist und schaut, ob sie euch auch das letzte Buch sagen, dass sie gerade gelesen haben...). Über 800 Seiten und ich hab es nur fertig gelesen, damit ich die Kategorie in der Reading Challenge abhaken kann bzw. um herauszufinden, ob noch etwas kommt, was sich auszahlt.
Kurz gesagt: für mich, nicht.
Was mir daran gut gefallen hat: ein paar endlose Sätze und einige unterhaltsame Gespräche. Andererseits: Keine der Hauptfiguren und auch die teilweise eher vorhersehbare Handlung mit "schockierenden" Wendungen haben mein Interesse wecken können. Vielleicht interessanter, wenn man in den 1960ern aufgewachsen ist? Ich glaube aber eigentlich nicht, dass das das Buch rettet...
Originaltitel übrigens: "The Nix", eine Sagengestalt.
A. Susan Williams (ed.): The Lifted Veil. The Book of Fantastic Literature by Women
Ein Buch mit einer Absicht: Zu zeigen, dass Frauen schon sehr lange fantastische Literatur schreiben. Das beweist es auch eindrucksvoll mit über 30 Kurzgeschichten verschiedener Frauen von 1806-1936 (u.a. auch einem Zweiseiter von Virginia Woolf).
Mein Problem mit dem Buch: Es sind leider fast alles Geistergeschichten, und ein paar Geistergeschichten sind ok, aber 30 sind mir zu viele. Wenn einen das nicht stört, gibt es einen sehr interessanten Einblick.
Kate Wilhelm: Where Late the Sweet Birds Sang
Die Welt geht den Bach runter. Eine Großfamilie, die das rechtzeitig erkennt, macht ein Tal autark und zieht sich dahin zurück. Allerdings reicht das nicht, auch sie werden alle unfruchtbar. Sie sind aber darauf vorbereitet und klonen sich ihre Nachfahren. Über ein paar Generationen wird dann aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, wohin das führt.
Ein Science Fiction Klassiker aus den 70ern, der auch heute noch gut lesbar ist.
Sonntag, 26. März 2017
Pretty (wo)man? oder: Will you be my escort
fertig gelesen am 06.03.17
Ok, also ich war auf einem Binge, also lese ich Teil 2 der Carlisle-Romanzen, auch wenn ich diesmal ziemlich sicher war, dass ich es in keine Kategorie unterbringe. Tatsächlich spielt Will you be my escort großteils auf Hawaii auf einem Familientreffen, aber wirklich set in the wilderness ist es trotz einer Wanderung im Dschungel nicht... Nachdem ich fertig bin, sehe ich dann auf der Liste A book set in hotel, eine Kategorie für die ich eh noch keine richtigen Anwärter hatte. Wie, jetzt bekomme ich das dritte spontan gelesene Buch ehrlicherweise auf dieser Liste unter?!? Wenn der letzte Teil jetzt auch noch irhendwo reinpasst, muss das ein Zeichen sein – wofür, das wird sich noch rausstellen ^^
Jackson hat einige harte Trennungen hinter sich und sein Selbstvertrauen ist auf einem all-time-low. Da hilft es natürlich nicht, dass die große Familienreunion auf Hawaii bevorsteht und seine Mutter in mit Kindern von Freunden verkuppeln will. Also sagt er ihr, dass sei nicht notwendig, er sei bereits wieder in einer Beziehung. Was alle seine Geschwister als gelogen wissen, aber eine Schwester hat eine Lösung: Ein guter Freund ihres Freundes hat es sich zum Beruf gemacht, den festen Freund zu miemen, vor allem auf Familienfeiern, auf denen die Leute nicht ohne Begleitung aufkreuzen möchten. Also kommt Aaron mit Jackson mit nach Hawaii... Der Rest ist eigentlich eh schon klar, oder?
Von allen Carlisle-Romane fand ich diesen am schwächsten. Trotzdem war ich sehr gut unterhalten, da kann man gar nichts sagen. Ich habe dann auch noch den vierten und letzten Teil gelesen, den ich ich fast als den Besten der Serie einstufen würde. Shifting Views hat sich dann aber dann aber wirklich nicht mehr in die Reading Challenge eingliedern lassen, darum hier quasi ehrenhaste Erwähnung. Sarah L.
Buch 12 von 52
P.S.: Unsere Fehler bleiben uns immer treu, unsere guten Eigenschaften machen alle Augenblicke kleine Seitensprünge. – Marie von Ebner-Eschenbach
Dienstag, 21. März 2017
Everything is connected
Cloud Atlas - David Mitchell
Das Buch ist für mich die absolute Inkarnation von "book set in differnt time periods", um genauer zu sein, 6 verschiedene Zeitalter:
- 1) The Pacific Diary of Adam Ewing (ca 1850) -> Tagebuch
- 2) Letters from Zedelghem(ca. 1930) -> Briefwechsel
- 3) Halflives- the first Luisa Rey Mystery (ca. 1975) --> Kriminalroman / Manuskript
- 4) The ghastly Ordeal of Timothy Cavendish (ca. 2000); Memoiren, Vorlage für ein Drehbuch
- 5) An Orison of Sonmi-451 (ca. 2100); ein Protokoll/Interview;
- 6) Sloosha’s Crossin’ and everything thereafter (ca. 100 Jahre nach Zivilisationsende); Erzählung am Lagerfeuer/Monolog
- Die Reihenfolge ist 1-2-3-4-5-6-5-4-3-2-1, also zuerst wird die 1. Hälfte des Buchs chronologisch nach vorne in die Zukunft erzählt und dann rückwärts alle Geschichten abgeschlossen bis wir wieder in 1850 sind.
- Ich kann gar nicht viel erzählen weil ich noch so geflasht bin, es ist irre schwer zu lesen, zumindest teilweise. Da jeder Abschnitt nicht nur eine andere literarische Gattung hat sondern auch die jeweilige Sprache verwendet war sowohl der 1850 Teil schlimm zu lesen als auch der postapokalyptische Zukunftsteil (sooo viele erfunden Wörter wo du nicht weißt ist es ein Name, ein Ort, ein Ereignis oder doch was zu essen?)
- Trotzdem kann ich das Buch nur weiterempfehlen, mir hats gefallen auch wenns Arbeit war (good things in life don't come for free!) Ich werd mir jetzt heut als krönenden Abschluss noch den Film gönnen, in dem übrigens die selben 9 Schauspieler ganze 50 Rollen spielen
Sonntag, 19. März 2017
Appetitanregend, oder: Dinner for One
fertig gelesen am 06.03.17
Da lese ich also eine zufällige Romanze (Checking it twice), von der sich herausstellt, dass sie gut in die Kategorie A book involving travel passt. Und dann komme ich auch noch drauf, dass es dir dritte Teil einer Serie ist – also lese ich weiter, mit dem Gedanken, dass man ja nicht alle Bücher in die Reading Challenge reinbekommen muss. Aber falsch gedacht: Teil Eins der Carlile-Serie passt ganz toll...
Bastien ist Franzose und betreibt sein eigenes, französisches Restaurant in New York, wo er auch der Chefkoch ist. Bei einem Bakesale in der Schule seiner Nichte lernt er einen gutaussehenden Mann kennen, der von seinen Backkünsten sehr angetan scheint. Er lädt ihn in sein Restaurant ein, nicht wissend, dass dieser Mann, Jason, der Restaurantkritiker ist, der ihm erst am Tag davor eine vernichtende Kritik serviert hat. Jason ist hin- und hergerissen, ob er Bastien daten soll, lässt sich dann aber doch hinreißen, aber wie es so kommt in solchen Geschichten, ist es keine gute Idee, so ein Geheimnis vor dem anderen geheimzuhalten...
Der Roman ist sowas von A book about food, mehr ginge nur noch wenn Rezepte dabei wären (was mich nicht gestört hätte, ein paar von den Speisen klingen wirklich toll). Die ganze Beziehung hat Meilensteine, die sich an Essen aufhängen und die Versöhnung zum Schluss kommt natürlich auch nur via Essen. Wenn ich nicht verschnupft und appetitlos im Bett gelegen wäre, hätte das Buch zu ausgiebigem Snacken geführt. So waren die Beschreibungen der Speisen nicht so qualvoll, aber die für die Story zentralen religieuses hätte ich trotzdem gerne probiert.
Sarah L.
Buch 11 von 52
P.S.: Die Taten reden, aber den Ungläubigen überzeugen sie doch nicht. – Marie von Ebner-Eschenbach
Sonntag, 12. März 2017
Schlecht im Warten, oder: Checking it twice
Autorin: Meg Harding
begonnen und fertig gelesen am 05.03.17
Ich bin nicht gut im Warten. Ich mein, ich weiß nicht, vielleicht ist niemand gut im Warten, aber ich bin es besonders nicht. Das ist der Grund, warum ich gerne Serien konsumiere, von denen es bereits haufenweise Episoden gibt. Ich warte nicht gerne darauf, dass ich weiterschauen kann. Harry Potter hat mich jahrelang warten lassen, das war echt mühsam. Als ich letztes Jahr Tessa Dare verfallen bin, hatte ich das Glück, dass sie bereits eine gute Anzahl an Romanen veröffentlich hat. Mit Damon Suede habe ich dieses Glück nicht. Alle Bücher, die mich von ihm interessieren, hab ich bereits gelesen, das nächste erscheint Mitte März. Das wäre ja nicht das Problem, ist nur ein bisschen mehr als eine Woche, aber ich war so dumm und habe heute die Leseprobe angefangen. Sie war nicht berauschend (aber auch nicht schlecht, nur nicht überdrüber), aber ich weiß, was er drauf hat als Autor und ich bin sicher, dass das Buch noch ganz toll wird, zumindest die Prämisse passt schon mal.
Jetzt habe ich mir das Warten auf den Roman also eigenhändig erschwert. Ich bin halt manchmal ein Dolm. Was kann man also anderes machen als sich auf die Suche nach Alternativen zu begeben? Der Verlag, bei dem Damon Suedes Bücher erscheinen, spezialisiert sich auf Gay Romance, also habe ich dort zu suchen angefangen und wurde bei der zweiten Leseprobe fündig. Jetzt sitze ich sechs Stunden später hier und tippe meinen Bericht, weil ich das Buch nicht weglegen konnte. (Und weil ich, verkühlt wie ich bin, nichts Besseres zu tun habe.)
Dorian ist ein erfolgreiches, geoutetes Model, als er während einem Shoot mit Profisportlern auf den Hockey-Spieler Eric (This sport would be way more popular if they played it shirtless.) trifft. Der macht Annäherungsversuche, die Dorian zuerst gar nicht wahrnimmt, weil der davon ausgeht, dass Eric nicht für sein Team spielt. Eric lässt aber nicht locker und schließlich beginnen die beiden sich näher zu kommen, was nicht so einfach ist, da Eric eben nicht geoutet ist (so deep in the closet he might be lost in Narnia) und seine Karriere nicht riskieren möchte, um es zu tun. Das führt, wie man sich vorstellen kann, fürher oder später zu Komplikationen in ihrer Beziehung... (Das Cover ist übrigens furchtbar irreführend. Der Typ im Vordergrund soll das Model sein und der im Hintergund der deutlich größere und schwerere Hockey-Spieler. Ja klar.)
Das Buch war eine ganz herrliche Romanze, mit allen Elementen die man sich von so einer Geschichte so erhofft, komplett mit wunderbaren Nebencharakteren und einem Sappy Ending. Es hat seine witzigen Momente. (Tears are pricking at his eyes, but he doesn't want to cry. That's just going to lead to sobbing, which is going to lead to a panic attack when he works himself up to the point he can't breathe. Dorian is not a good crier, okay.) Und dann passt es auch nocht wirklich gut in die Reading Challenge! Ja, tatsächlich wird in dem Buch viel gereist, immerhin wohnen die Protagonisten die längste Zeit nicht in der gleichen Stadt, Dorian modelt auf der ganzen Welt und Eric spielt in ganz US-Amerika, wenn er nicht grad bei seiner Familie in Kanada ist. Und das Beste ist... das Buch ist Teil einer Serie!!! Binge-lesen: check!
Sarah L.
Buch 10 von 52
P.S.: Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht. – Marie von Ebner-Eschenbach





