Wir wollen nicht nur an der Reading Challenge 2017 teilnehmen, wir wollen uns darüber austauschen!
Dienstag, 31. Januar 2017
Even though I know there is no such thing as a happy ending*...
*You can't have an ending. It's impossible. Because unlike in the movies, life goes on. You're never at the end until you die.
#8: A book by an author from a country you've never visited: Real live boyfriends - yes, boyfriends, plural. If my life weren't complicated - I wouldn't be Ruby Oliver von e. lockhart
So, für dieses Buch musste ich mein "Ärmelass" verwenden - denn mit "A country you've never visited" hätte ich jedes Buch eines amerikanischen Autors bzw. einer amerikanischen Autorin lesen können*.
Dieser Band schließt das Ruby Oliver-Quartett ab. Ist meine Voraussage in Erfüllung gegangen (siehe #6)? Jein, eher nein. Also sie schwört jedenfalls nicht diesem ganzen boyfriend-Klimborium ab und konzentriert sich aufs College. Aber sie kommt auch nicht auf den letzten zwei Seiten mit ihrem dreamboy zusammen. Dies geschieht Ende des dritten bzw. Anfang des vierten Bandes, und sie muss sich erneut dabei ertappen, wie sie die gleichen "Fehler" wie beim ersten Mal begeht. Fand ich wiederum recht spannend! Außerdem - schön mal eine Liebesgeschichte zu verfolgen, die sich über einen längeren Zeitraum entfaltet, und wo dann nicht gleich beim Happy End Schluss mit der Erzählung ist.
Manche Sachen erschienen mir nur etwas inkonsistent (z.B., das sie plötzlich anfängt, mit einer Filmkamera herumzuspielen und am College in Richtung Filmemacherei gehen möchte - so plötzlich so eine Profession zu verfolgen, kommt mir seltsam vor). Und: In diesem Band gingen mir einfach ALLE Charaktere auf die Nerven. Mal ehrlich, wenn man frisch verliebt ist, und plötzlich schreibt mein boyfriend tagelang nicht zurück - dann ist doch die erste Reaktion, dass ich mir Sorgen mache, dass ihm eventuell was schlimmes passiert ist (und nicht die, dass ich davon ausgehe, dass er einfach nicht mehr so verknallt in mich ist, von einem Moment auf den anderen). Andererseits ging es in der Reihe auch irgendwie darum, solch ungesunden aber typischen Verhaltensweisen zu zeigen. Aber das fand ich dann schon echt zu dämlich.
So, mal schauen, ob ich jetzt wieder in der Stimmung bin, ernstere Kost zu lesen; Wuthering Heights ist ja immer noch im "currently reading"-Status ;)
*Ja, ich war noch nie in Amerika, und das wird sich wohl die nächsten 4 bis 8 Jahre auch nicht so leicht ändern.
Montag, 30. Januar 2017
Do not think about guys who have broken your heart six ways.
#7: A book with a subtitle: The treasure map of boys - Noel, Jackson, Finn, Hutch, Gideon—and me, Ruby Oliver von E. Lockhart
Band 3 des Quartetts. Was die ersten beiden Bücher ausmacht, trifft auch auf diesen Band zu (daher kann ich gar nicht mehr viel dazu sagen). Ruby ist jetzt in Phase 3 angelangt - in der dein Ex sich von seiner Freundin getrennt hat, erkennt, dass er eigentlich nur dich liebt, und du dich jetzt damit auseinandersetzen musst, wie du damit umgehst. Rational weißt du, dass es eine blöde Entscheidung ist, aber, was wenn...?
Das Thema Freundschaft findet dieses Mal mehr Raum in der Geschichte; so fand ich einige Gedankenansätze recht interessant.*
Schauen wir mal, wie der vierte Band die Reihe abschließt - und ob ich mit meinen Vorhersagen im letzten Post recht behalte ;)
*Stimmt, was sind das für Freundinnen, die einem die Freundschaft kündigen und dir das Leben schwer machen, ohne sich die Zeit zu nehmen, deine Seite der Geschichte zu hören? Pffh!
Samstag, 28. Januar 2017
What he says: It's not you, it's me.
Donnerstag, 26. Januar 2017
Robert Pucher: Rattenfalle
Gudrun Harrer: Kriegs-Gründe. Versuch über den Irak-Krieg
Die Leiterin der Außenpolitikressorts beim Standard fasst in diesem Buch die Gründe zusammen, die vorgebracht wurden, um den Irakkrieg 2003 zu beginnen, und analysiert die politischen Anteileund die zugrundeliegenden Fakten.
Das Buch hat mir einige Details klarer werden lassen, auch wenn ich die Geschichte im Groben schon kannte.
Sonntag, 22. Januar 2017
When you are dumped, you are dumped
*Doctor Z says it's a good anxiety release to express your anger. So in the interest of preventing futher panic attacks, I'm venting. Not too bad, huh?
#5: The first book in a series you haven't read before: The boyfriend list* von E. Lockhart
(*15 guys, 11 shrink appointments, 4 ceramic frogs and me, ruby oliver)
Eigentlich hatte ich mir das Buch angeschafft, um es für die Kategorie "A book with a subtitle" zu lesen (der Untertitel ist ja auch wirklich lustig); nachdem es aber ach den Beginn einer Serie darstellt, indem jedes Buch einen Untertitel hat, schien mir das so ganz passend.
Im Teenagerleben von Ruby Oliver ist gerade alles schief gegangen - Freund macht Schluss, mit allen Freundinnen zerstritten, auf das Ende der Beliebtheitsskala gerutscht und verrückte Eltern. Es wird so schlimm, dass sie Panikattacken erleidet und schließlich bei einer Psychiaterin landet. Anhand aller Jungs, die irgendwie unter die Kategorie "boyfriend" fallen könnten, bereitet Ruby mit ihrer Psychiaterin ihre Probleme auf. Manchmal dachte ich beim lesen "eigentlich ist sie ein schrecklicher Charakter", nur um mir dann aufzuzeigen, dass ich in einer ähnlichen Situation genauso reagiert hatte wie sie.
Wie kann das Liebesleben eines normalen Teenagers auf vier Bände gestreckt werden? Nun, indem die Bände einfach sehr (zu) kurz sind. In Band eins wird das Vergangene erzählt, wie es mit Ruby nach dem ganzen Schlamassel weitergeht erfährt man wohl erst in den nächsten Bänden. Ich werde wohl die ganze Serie lesen - im Moment lese ich ja eigentlich Wuthering Heights, aber das ist mir einfach zu anstrengend zu lesen, wenn ich gerade in der Bim sitze oder kurz ein bisschen Pause vom Arbeiten brauche. Da sind die Ruby Oliver-Romane genau das richtige ;)
Wenn historische Romane lügen, oder: The Underground Railroad
fertig gelesen am 21.01.17
Letztes Jahr hatte ich John Irivings The world according to Garp auf meiner Liste stehen in der Kategorie A National Book Award Winner. Das Buch stand schon lange bei mir im Regal. Allerdings war dann schon der 30.12. und ich wusste, dass ich das Buch nicht innerhalb von zwei Tagen schaffen würde. Dafür passt es dieses Jahr ganz toll in eine andere Kategorie, also habe ich mich nach einer Alternative umgesehen. The Underground Railroad hat 2016 den National Book Award gewonnen und behandelt ein spannendes Thema, über das ich noch viel zu wenig wusste. Da ich das Buch aber nicht mal zu einem Viertel geschafft habe, bevor das Jahr um war, bekommt es einen Platz auf der diesjährigen Liste. Die Underground Railroad (dafür gibt es anscheinend keinen deutschen Namen) war ein in den 1780ern gegründetes Netzwerk, das versuchte Sklaven aus dem US-amerikanischen Süden in die freien Staaten im Norden zu Schleusen. Die Protagonistin Cora ist eine Sklavin, die auf einer Baumwollfarm in Georgia geboren und aufgewachsen ist und sich eines Tages mit einem anderen Sklaven der Plantage auf die Flucht macht.
Hier wirds spannend: Ich habe die Underground Railroad ursprünglich als metaphorischen Namen für ein Netzwerk an Safehouses und hilfreichen Leuten verstanden, bevor ich das Buch gelesen habe. Tatsächlich wird die Underground Railroad im Roman als echtes unterirdische Zugsystem dargestellt. Geschichtliches Nackerbatzerl was ich bin war ich super beeindruckt davon und hab auch vielen Leuten in letzter Zeit davon erzählt. Wenn man einen historischen Roman liest, dann glaubt man dem doch, oder?
Nein, sollte man wohl nicht. Der Teil mit den unterirdischen Zügen ist frei erfunden, wie ich gerade eben recherchiert habe. Um ganz ehrlich zu sein, das trübt meinen Lesegenuss retrospektiv ganz gewaltig. Klar kann ein Roman Fiktion sein, aber dumme Europäerinnen wie ich könnten das ja wirklich glauben...
Wenn ich über diesen Irrtum meinerseites hinweggekommen bin (war eigentlich klar, dass es nicht sein kann, oder?), dann werde ich trotzdem sehen, dass das Buch sehr spannend und berührend ist. Aber trotzdem verliert es für mich dadurch, dass es eben nicht so gewesen sein kann, einen Teil von dem, was es für mich beeindruckend gemacht hat. Trotzdem lesenswert. Glaube ich... Ich weiß, es heißt aus einem Grund "Fiktion", aber wer glaubt denn, dass ein Autor in einem historischen Setting soetwas dazu erfindet?! Ich fühle mich übers Ohr gehauen... Und vor ein paar Stunden war ich noch so begeistert von der Geschichte. So kann's gehen.
Sarah L.
Buch 3 von 52
P.S.: So manche Wahrheit ging von einem Irrtum aus. – Marie von Ebner-Eschenbach
Mittwoch, 18. Januar 2017
David Stiebel: Die Taktik des Streitens. Konfliktstrategie statt Harmoniesucht
Leicht lesbares Buch mit einem einfachen Vier-Schritte-Plan, wie man besser sein Ziel erreicht:
- Ist es ein Missverständnis oder eine echte Meinungsverschiedenheit?
- Planen Sie die Schritte des anderen voraus.
- Nutzen Sie die Ansichten des anderen, um ihn zu überzeugen.
- Sagen Sie die Reaktion des anderen vorher.
Flüssig zu lesen, mit recht wenig Beispielen (für solche Bücher). Stiebel meint auch, dass Win-Win-Denken nicht immer sinnvoll ist und zu viel Harmoniedenken auch unproduktiv sein kann.
Interessant, aber ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das anwenden kann :)
Dienstag, 17. Januar 2017
Chris Pavone: The Expats
Ganz klarer Fall von Buch, das ich ohne die Reading Challenge nicht gelesen hätte. Etwas länglich und manche Enthüllungen lassen sich zuviel Zeit; aber zumindest gibt es genügend davon.
Gut als Strandlektüre, man kann's aber auch auslassen, ohne wirklich was zu verpassen.
Montag, 16. Januar 2017
I remind myself I'm a bible-thumping Broken Me-Blob...
#4: A book with an eccentric character: I'll give you the sun von Jandy Nelson
Als ich zu lesen begann, war ich noch nicht ganz sicher, welche Kategorie für dieses Buch passen konnte. Ich hoffte auf einen exzentrischen Charakter zu treffen - war aber nicht darauf gefasst, dass ALLE Charaktere solche sind.
Also, zum Buch: Es wird die Geschichte der Zwillinge Jude und Noah erählt. Noah erzählt die Geschehnisse im Alter von 13 bis 14, parallel erzählt Jude, wie es drei Jahre später in ihrem Leben aussieht (schon mal ein spannendes Konzept!). Noah malt die ganze Welt in seinem Kopf, Jude läuft mit einer Zwiebel in ihrer Jackentasche herum. Während wir aus Noahs Sicht erleben, wie sie sich auseinander leben, muss Jude es bewältigen, dass sie wieder zueinander finden. Erst als sie gegen Ende ihre Seiten der Geschichte vereinen wird klar, was passiert ist.
Zuerst habe ich nicht so ganz in das Buch reingefunden - das Buch ist so voller Metaphern, dass es mir schwer fiel heruauzufinden, was gerade wirklich passiert. Aber genau diese Bildsprache macht das Buch aus, und passt auch zu seinen Charakteren - immerhin dreht es sich um eine Familie aus KünstlerInnen. Eine Passage, die mir gut gefiel, war z.B. "I try to pick the baloon that's lifting me into the air by telling myself I shouldn't be this excited to see a guy I only met a day ago. Even if that guy carries the galaxy around in a bag!" Gegen Ende konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen. Ein wirklich schönes und fantasievolles Buch! Teilweise etwas abgehoben von der Realität, aber auf sowas muss man sich hier einfach einlassen.
Sonntag, 15. Januar 2017
Beau Brummel kann Gebärdesprache, oder: Three Nights with a Scoundrel
fertig gelesen am 08.01.17
Ja, auch dieses Jahr muss was Romantisches auf die Liste! Wie gut, dass ich noch nicht alle Romane von Tessa Dare im letzten Jahr gelesen habe. Wie es der Zufall so will, ist der dritte Teil auf Dares Stud Club-Trilogy ein Buch, in der die weibliche Hauptfigur taub ist. Sie ist eine Lady, die bis zu ihrem Debut (ca. 17 Jahre alt) hören konnte, dann aber auf Grund eines Fiebers ihr Gehör verlor.Ich fand die Geschichte wegen ihrer ungewöhnlichen Hauptfigur besonders spannend. Lady Lily ist von nobler Geburt und kann aufgrund der relativ späten Taubheit nach wie vor gut sprechen, trotzdem ist es eine Erschwernis, vor allem zu einer Zeit, als Menschen mit Behinderung genrell als dumm und zum Teil als geisteskrank eingestuft wurden.
Neben diesem Thema spricht Tessa Dare in diesem Roman aber noch andere Themen an, die dieses Buch über andere ihrer Art hervorheben, etwa Homosexulität, Klassenunterschiede, ein Rechtssystem, das Mächtige bevorzugt. Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, weil das schon spoilerisch wäre. Ich kann das Buch aber auf jeden Fall sehr empfehlen, insofern man die beiden Bände davor gelesen hat, sonst macht vieles in diesem Text keinen Sinn. Ich war jedenfalls köstlich unterhalten und wenn ich mal einen Papagei taufe, dann sicher nur Tartuffe!
Sarah L.
Buch 2 von 52
P.S.: Die großen Augenblicke im guten wie im bösen Sinne sind die, in denen wir getan haben, was wir uns nie zugetraut hätten. – Marie von Ebner-Eschenbach
Freitag, 13. Januar 2017
Yoon Ha Lee: Conservation of Shadows
Eine sehr gute Kurzgeschichtensammlung eines koreanisch-amerikanischen Transmanns. Ich mag an seinen Geschichten den blumigen Stil, viel wird nur angedeutet und man muss es sich selbst zurechtbasteln, und das Worldbuilding. Fast jede Geschichte hat ihre komplett eigene Welt mit interessanten Annahmen, und diese werden dann bis zum Ende durchgedacht.
Fast alle Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Die englische Wikipedia-Seite verlinkt einige seiner Geschichten, falls ihr mal reinschnuppern wollt. Typisch finde ich z.B. Flower, Mercy, Needle, Chain.
Und dann hat das Buch auch noch so so ein schönes Cover :-)
Kleines Hündchen auf großer Reise: Roverandom
Kleines Hündchen auf großer Reise:Roverandom - J.R.R. Tolkien
Der Hund Rover spielt gerade mit seinem gelben Ball, als der Zauberer Artaxerxes vorbei kommt. Dieser will ihn necken und nimmt seinen Ball weg, worauf ihn Rover beißt und seine Hose zerreißt. Daraufhin verwandelt der Zauberer Rover in ein kleines Spielzeughündchen. Rovers einziges Ziel ist wieder ein großer, echter Hund zu werden. Dieser Weg führt über das Spielzeuggeschäft und einen kleinen Jungen zur Bekanntschaft mit dem Sandzauberer Psamathos Psamathides der ihn wieder beweglich macht, er hat aber immer noch Spielzeuggröße. Anschließend reißt Rover auf dem Rücken einer Seemöwe zum Mann im Mond. Da dessen Mondhund auch Rover heißt und es ihn schon viiiel länger gibt, beschließt er den kleinen Spielzeughund von nun an Roverandom zu nennen. Der Mann im Mond kann aber auch nicht helfen, somit muss Rover den Zauberer Artaxerxes persönlich aufsuchen und ihn um Verzeihung bitten. Der lebt aber mittlerweile am Grund des Meeres....
Eine echt putzige Geschichte. Ein Kinderbuch, dass J.R.R. Tolkien für seinen Sohn geschrieben hat, nachdem der sein Lieblingsspielzeug verloren hat. Ich habe das Buch als Hörbuch und bin die letzten 4 Wochen immer tiefenentspannt eingeschlafen damit. :)
Dienstag, 10. Januar 2017
First tip on fighting a giant Chaos serpent:
#3: A book involving a mythical creature: The serpent's shadow (Kane Chronicles, #3) von Rick Riordanh
Der dritte Band der ägyptischen Trilogie von Rick Riordan: Der finale Kampf gegen Apohpis, eine Gottheit des Chaos in Form einer riesigen Schlange (= mythical creature).Wie schon im letzten Jahr in einem Post geschrieben, konnte mich diese Reihe nicht ganz so fesseln wie die vorigen. Ich glaube, dass dies einerseits an der Erzählweise liegt, viel mehr aber glaube ich daran, dass sich Riordan zu wenig Zeit nimmt, das alltägliche Leben der Charaktere zu beschreiben, sich etwas Zeit für die diversen Romanzen zu nehmen. Das tut er, Ra sei Dank, gegen Ende etwas mehr - die zweite Hälfte las sich gleich viel schneller! In der zweiten Hälfte finde ich auch die Kämpfe richtig mitreißend.
Das Buch verlässt den Leser/ dies Leserin mit dem Versprechen auf ein weiteres, größeres Abenteuer, in dem Götter verschiedener Herkünfte involviert sein werden. Nachdem Riordan meist sehr Fandom-freundlich ist, hoffe ich, dass die romantischen Geschichten in der nächsten Reihe endlich die verdiente Bühne erhalten (sie geschehen für Nico in The Lost Oracle). Generell hoffe und freue ich auf eine Fortsetzung in einer neuen Reihe - denn gegen Ende sind mir die Charaktere richtig ans Herz gewachsen. Bis dahin kann ich mir ja die Wartezeit mit drei Kurzgeschichten verkürzen, in denen Carter Kane auf - *trommelwirbel* - Percy Jackson trifft!
Robert Jackson Bennett: City of Stairs
Montag, 9. Januar 2017
Anna Kendall: Crossing Over
Interessante Welt, die Hauptfigur ist nicht allwissend und allkneißend, was mal eine gute Abwechslung ist, sonst wird auch mal von anderen maneuvriert.
Das Buch ist trotz viel Geschichte auch nicht lang. Hat mir gut gefallen.
Sonntag, 8. Januar 2017
Ein Busen wie Zarathustra, oder: Herznovelle
fertig gelesen am 04.01.17
Julya Rabinowich
stand schon lange auf meiner Leseliste, ich kann mich erinnern, dass
ein Professor der Komparatistik dieses Buch mal empfohlen hat. Man, das
ist lang her ^^ Jedenfalls hatte ich jetzt Anlass es zu lesen. Die
Geschiche handelt von einer Frau die nach ihrer Herzoperation eine
ungesunde Besessenheit für ihren Chirurgen entwickelt. Zur Handlung gibt es in diesem relativ kurzen Text nicht viel zu sagen. Spannend war die sprachliche Umsetzung. Rabinowich fügt in ihren Prosatext häufig kurze Gedichte ein, die sich in Variationen immer um die selben Motive drehen: das Herz der Protaginistin in der Hand des Chirurgen. Ich hatte den Eindruck, dass damit Träume vermittelt werden sollen, allerdings fließen diese später auch in den Prosatext ein. Die Sprache des Fließtextes konnte mich über weite Stecken nicht überzeugen. Oft wird statt einem Punkt ein Beistrich gesetzt, was trotz langer Sätze einen sehr gehetzen Eindruck beim Lesen auf mich gemacht hat.
Trotzdem gab es ein paar Textstellen, die mir sehr gut gefallen haben. So etwa die Beschreibung der besten Freundin der Hauptfigur: Bernhard kann Carla nicht leiden, weil sie zu unberechenbaren Lachanfällen neigt, die unsere Weingläser im Buffet zum Klingen bringen, sie hat ein umwerfendes Organ und eine umwerfende Figur, wenn ihr Busen vertont werden würde, wäre er "Also sprach Zarathustra". Ich finde, da bekommt man innerhalb weniger Zeilen ein markantes Bild.
Sprachlich spannend fand ich folgenden Satz: Ich denke unwillig an diesen Körper zurück, der mit roten Flecken, die die aufgelegten Elektroden auf ihm verursacht haben, geschmückt in der Vitrine des Spitalsbettes den geschickten Meisterhänden feilgeboten lag. Ich glaube, es ist das Verb feilbieten, das mich hier fasziniert.
Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich die Lektüre genossen habe, aber ich kann den Wert des Textes durchaus sehen. Ich könnte mir vorstellen, Teile daraus für den Unterricht zu verwenden. Außerdem denke ich, dass die Darstellung der psychischen Krankheit gut gelungen ist. Möglicherweise ist das auch der Grund, warum ich die Lektüre nicht so reizvoll fand – das Thema ist nicht so meines. Als Genusslektüre kann ich das Buch daher nicht unbedingt empfehlen, aber ich würde trotzdem anraten, mal einen Blick hineinzuwerfen. Ich denke, dass viele wichtige Themen in diesem Buch aufgeworfen werden, die sich gerade in der Diskussion über den Text entfalten könnten.
Sarah L.
Buch 1 von 52
P.S.: So mancher meint ein gutes Herz zu haben und hat nur schwache Nerven. – Marie von Ebner-Eschenbach
Samstag, 7. Januar 2017
Emma Woodhouse,...
#2: A book with a title that's a character's name: Emma von Jane Austen
Nachdem ich Persuasion ausgelesen hatte, war ich immer noch zu hause bei meinen Eltern, und hatte "nur" die Bibliotheken in unserem Haus zur Verfügung, um das nächste Buch zu wählen (Bibliotheken deshalb, weil es in unserem Haus kaum einen Raum gibt, in dem keine Bücher stehen). Nachdem ich Persuasion verschlungen hatte, machte die Lektüre Lust auf mehr. (Sarah L hat mich auf die Idee gebracht, eine kleine Jane Austen-Challenge zu starten, und mit Vergnügen habe ich gleich die passenden Kategorien gefunden.)
Ich glaube von allen Protagonistinnen von Jane Austen ist Emma jene, die die wenigsten Unannehmlichkeiten erfahren muss. Ihre Liebesgeschichte verläuft recht problemlos, und selbst jene Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, rollen fast schon von alleine wieder weg. Fast interessanter ist jene tragische Liebesgeschichte, die sich in Nebensätzen, im Hintergrund der Handlung abspielt - die Rede ist von Jane Fairfex. Mehrmals beim Lesen dachte ich, dass ich allzu gerne ihre Liebesgeschichte als eigenen Roman lesen würde. Auf Verdacht konsultierte ich die Suchmaschine meines Vertrauens - und tatsächlich, solch ein Roman wurde bereits geschrieben, ist schon bestellt und auf meiner to-read-Liste eingetragen.
Ähnlich wie bei Persuasion hat das erneute Lesen von Emma fast mehr Vergnügen berste wie das erste Mal - ich konnte mich viel mehr auf die kleinen Gesten und Anspielungen konzentrieren, die diese Liebesgeschichte ausmachen. Das einzige, was ich Jane Austen ein wenig übel nehme, ist, dass sie zwar ganz nebensächliche Gespräche teilweise Seitenweise ausführt (was in Emma, geschuldet den Charakteren von Miss Bates und Mrs Elton, die Hälfte aller Seiten zu füllen scheint), jedoch das entscheidende Gespräch der Offenbarung der Gefühle beider Partein skizziert anstatt es auszuformulieren (genauso geschehen in Persuasion).
Ich freue mich jetzt schon auf die anderen Büchern. Ich merke, dass ich nun andere Werke favorisiere als beim ersten Durchgang. War es mit 17 noch die Geschichte der naiven Catherine Morland und Mr Henry Tilney, schlägt mein Herz nun für Captain Wentworth (vor allem in der Verfilmung von 2009) und Mr Knightley. Ich bin schon gespannt, welche neuen Entdeckungen die restlichen Werke mit sich bringen!
Montag, 2. Januar 2017
I offer myself to you again...
#1: A book written by someone you admire: Persuasion von Jane Austen
Nachdem ich all die Bücher, die ich mir zu Weichnachten habe schenken lassen, noch im alten Jahr ausgelesen habe, war ich auf Bücher angewiesen, die ich im Regal stehen habe. Meine Wahl viel auf "Persuasion" von Jane Austen. Nachdem ich mir vorgenommen hatte, Bücher zu lesen, die auch zur Challenge passen, musste ich zuerst eine passende Kategorie finden - nachdem ich alle Romane von Jane Austen samt Verfilmungen verschlungen hatte und ich über sie mein Maturaspezialgebiet verfasst hatte, schien mir "A book written by someone you admire" sehr passend. Ich liebe ihren Stil einfach! Schon länger wollte ich eines ihrer Werke lesen, die mir nicht so gut in Erinnerung geblieben ist - damit fiel meine Wahl eben auf Persuasion.Persuasion ist eine Geschichte über eine nicht mehr ganz so junge Frau, die eine alte, nie vergessene Liebe wiedertrifft.
Handlungstechnisch passiert eigentlich gar nicht viel - die Stärke liegt wie immer in der Sprache, dem Witz, den wunderschönen langen Sätzen, der Beschreibung der Charaktere. Nun beim zweiten Lesen nahm ich mir die Zeit, langsam genug zu lesen, um die Bedeutung der einzelnen Sätze auch zu erfassen - vieles ist beim ersten, flotten durchlesen verloren gegangen und machte das zweite Lesen zum reinsten Vergnügen.
Was mich ebenfalls an Jane Austens Büchern fasziniert ist, dass, obwohl sich die Gebräuche, Sitten und Umstände erheblich von jetzt unterscheiden, sich Verliebtsein immer noch gleich anfühlt und gleichen Herzschmerz hervorruft.
Ich glaube erst jetzt, beim zweiten Mal lesen, wusste ich dieses Buch erst so richtig zu schätzen. Ein schöner Start in die neue Reading Challenge!
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