Sonntag, 26. Februar 2017

Über Essen lesen macht mich hungrig

Der Duft von Rosmarin und Schokolade
von Tania Schlie

Thunfisch, ganz frisch, dunkelrot, mindestens zehn Stunden in bester Sojasoße, Ingwer, eine Spur Knoblauch und Öl mariniert. Dazu saftiger Rettich, hauchfein gehobelt, und jede Menge frische Korianderblätter. 

So beginnt die Geschichte von Maylis. Maylis ist traurig. Sie hat zwar einen tollen Job im Feinkostladen Radke (in dem 80% des Buchs spielen) aber sonst läuft nix wie es soll. Ihr Mann Max hat sie vor einem Jahr verlassen. Für Elena, ihre beste Freundin und sie hat sich abwechselnd in ihrer Arbeit oder ihre Couch vergraben. Doch dann zieht Paul direkt unter Maylis bei seiner Großmutter ein (gescheiterte Ehe, Frau behält die Wohnung, man kennst das ja). Ganz langsam lässt Maylis sich auf ihn ein und beginnt wieder Freude in ihr Leben zu lassen. Doch jedes Mal wenn sich mehr ergeben würde kommt etwas dazwischen. Wie zum Beispiel Max, der die Scheidungspapiere bringt und nebenbei noch erzählt, dass Elena schwanger ist. Darauf muss Maylis erstmal einen trinken, um dann mit Max auf der Couch zu landen. In ebendiesem Moment erscheint Paul in der Tür...

Ein haufen ungeschickter Verkettungen zwischen zwei Menschen, von denen man schon ab Seite 50 weiß dass die zu einander gehören. Zumindest agieren und reagieren sie wie vernünftige Erwachsene und nicht wie pubertierene Dawsons Creek-Statisten. Das Buch hat mich teilweise sogar richtig zum Lachen gebracht, aber 300 Seiten auf den 1. Kuss warten ist schon bitter. Und die Beschreibungen des Essens bzw. des Kochens hätten für mich auch nicht so ausführlich sein brauchen.

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